Verstopfungskolik beim Pferd

Das Problem

Der Transport des Futterbreis wird im Darm behindert. Der Dick- oder Dünndarm ist verstopft. Meist ist der Grimmdarm (ein Teil des Dickdarms) betroffen, da hier vermehrt Wasser absorbiert wird und der Futterbrei schneller eindickt als im Dünndarm. Diese Kolik entwickelt sich meist langsam und über mehrere Fütterungen. Wenn der Dünndarm betroffen ist, treten Symptome sehr schnell auf und das Pferd hat sofort nach Nahrungsaufnahme Schmerzen. In beiden Fällen können Gase im Darm durch Gärung des Futterbreis entstehen. Frequenz von Puls und Atem steigen an, der Zustand des Pferdes wird zunehmend schlechter.

Symptome

  • Häufiges Symptom sind Bauchschmerzen. Ein Aussetzen der Bauchschmerzen von ein bis zwei Tage kann vorkommen, diese können dann aber auch wieder stark zurückzukommen.
  • Das Pferd äppelt weniger bis gar nicht mehr.
  • Es macht einen stumpfen, abgeschlafften Eindruck.
  • Die letzten Kotballen sind sehr trocken und fest, beides mehr als sonst.
  • Das Pferd dreht den Kopf öfters Richtung Bauch.
  • Das Pferd legt sich oft hin, steht wieder auf, und legt sich kurz darauf wieder hin.
  • WENN der Dünndarm betroffen ist, hat das Pferd sofort nach Nahrungsaufnahme Schmerzen!
  • Puls und Atemfrequenz sind höher als normal.

Mögliche Ursachen

  • Verholztes Stroh, bzw. generell falsches Futter oder schlechtes Futter
  • Das Pferd hat zu wenig Flüssigkeit getrunken ( kein Wasser gehabt? )
  • Zu wenig Raufutter?
  • Hastige Nahrungsaufnahme
  • Bewegungsmangel
  • Starker Wurmbefall
  • Darmentzündung durch Bakterien oder sonstige Infektionen.

Behandlung

Der Tierarzt führt eine rektale Untersuchung durch und ertastet alle Teile des Darms, die er durch den After erreichen kann. Stellt er eine Verstopfung des Dickdarms fest, so wird er dem Pferd krampflösende und schmerzstillende medizinische Mittel verabreichen. Zusätzlich kann der Tierarzt eine Nasenschlundsonde setzen und über diese Glaubersalz und 1 bis 2 Liter Parafinöl geben. Das Parafinöl soll den Dickdarm von der Verstopfung befreien, das Glaubersalz verhindert dabei die Wiederaufnahme der Flüssigkeit durch den Darm. Diese Behandlung wird ca. alle 2 Tage wiederholt. Das Pferd im Schritt zu führen oder die Bauchwand zu massieren kann helfen die Verstopfung zu lösen. Hilft alles nicht, so muss das Pferd operiert werden.

Ist der Dünndarm von der Verstopfung betroffen, so wird auch hier eine Nasenschlundsonde gesetzt und Parafinöl und Rhizinusöl dem Pferd zugeführt. Zusätzlich wird meist ein krampflösendes Mittel gespritzt. Löst sich die Verstopfung nicht, muss schnell operiert werden.

Als Alternative zur Nasenschlundsonde könnte es der Tierarzt mit einem Einlauf versuchen den Darm von einer Verstopfung zu befreien. Sollte die Lockerung im Darm Erfolg haben, so sollte das Pferd ein bis zwei Tage nichts oder nicht viel Futter zu sich nehmen um den Darm in Ruhe zu entleeren.


Ähnliche Artikel:

Gib Deinen Kommentar ab

Sag uns, was Du dazu meinst ...
und wenn Du ein Bild neben Deinem Kommentar sehen möchtest, benutze einen Gravatar!