Unverschmutzte Wunden beim Pferd reinigen

Ein Pferd kann sich in allerlei Situationen eine Wunde zuziehen. Besonders häufig zieht sich ein Pferd beim Ausritt, auf der Koppel oder Weide eine Wunde zu. In diesem Artikel möchten wir etwas darauf eingehen wie man kleinere Schürfwunden oder einen Hauteinriss selber behandeln kann oder was man bei Verletzungen sonst tun kann.

Wir gehen chronologisch vor, also schaut man sich als erstes die Wunde am Pferd an. Ist die Wunde klein und macht einen unverschmutzten Eindruck, so kann man - mit Latexhandschuhen um Infektionen von Pferd oder Reiter vorzubeugen - als erstes um die Wundstelle herum tasten. Niemals den Fehler machen und ohne Handschuhe in der Nähe von offenen Wunden am Pferd herumtasten! Wenn die Wunde nicht klafft oder verschmutzt ist und man nach dem abtasten keinerlei weitere Probleme, wie zum Beispiel ein Hauttasche, entdeckt wurden, so kann man die Wunde mit einem farblosen (um die Wundheilung weiter sichtbar zu verfolgen oder dem evtl. folgebehandelnden Tierarzt die Sicht nicht zu "vernebeln", sofern keine Jodbehandlung stattfand) Desinfektionsspray desinfizieren. Bitte dabei die jeweilige Gebrauchsanweisung des Desinfektionssprays beachten. Farbige Salben oder Sprays sind also eher ungeeignet zum Desinfizieren. Sprühen sie die Wunde ruhig großzügig aus, wenn etwas herunterläuft ist das nicht schlimm, hauptsache die ganze Wunde ist ausreichend desinfiziert.

Nach dem Aufsprühen decken sie die Wunde mit einer sterilen Wundkompresse ab. Die bekommen sie in jeder Apotheke, zur Not plündern sie ihren Autverbandskaste, da sollte eine drin sein. Benutzen sie aber keine anderen Materialien wie Taschentücher, Klopapier, Küchenpapier (Haushaltsrolle) oder ähnliche Stoffe wo die Fasern in Verbindung mit Feuchtigkeit sofort aufweichen und verfallen. Die Wunde könnte wieder freiliegen und ist vor Verschmutzung nicht mehr sicher. Andere provisorische Verbandsmittel wie Lappen oder Handtücher benutzt man wirklich nur dann, wenn man in der absoluten Einöde festsitzt und keine andere Hilfe bekommen kann. Diese sollten aber auch sauber sein. Sobald ordnungsgemäßes Verbandszeug zur Hand ist, sofort austauschen!

Beim abdecken der Wunde sollte man darauf achten, dass man die Wundkompresse mindestens 2cm überhalb der Wunde liegt, sozusagen "über-ragend" auf gesunder Haut. Mit einem stabilen Klebeband (kein Tesafilm oder ähnliches) wird die Wundkompresse festgeklebt.

Falls man eine elastische Binde für das Fixieren der Kompresse verwenden möchte, so sollte man darauf achten, dass man sie nicht zu fest bindet um den Blutfluss nicht zu strangulieren. Zu hoher Druck lässt das Blut stauen. Testen Sie den Druck der elastischen Binde indem sie leicht versuchen die Binder abzuheben. Seien sie dabei sehr vorsichtig. Gibt die Binde genug nach (es sollten 1 bis 2 cm sein), so ist der Verband elastisch genug. Falls unterhalb oder oderhalb des Verbandes etwas anschwillt,so muss der Verband entfernt werden.

Man wechselt den Verband regelmäßig und schaut jeden Tag auf die Wunde um sich einen Überblick zu verschaffen wie es mit der Wundheilung voran geht. Achten Sie besonders auf Schwellungen oder Eiter in der Wunde. Sollte die Kompresse an der Wunde festkleben so spülen Sie vorsichtig so lange die Wunde bis Sie die Kompresse ohne Gewalt lösen können. Schauen sie sich die Wunde genau an, desinfizieren Sie sie nochmal und machen sie einen neuen Verband. Den Rest des Tages kann die Wunde in Ruhe heilen.

Nach 2 Tagen sollte die Wundheilung fast abgeschlossen sein, nun wechseln sie nur noch die Kompressen ohne zu desinfizieren wenn die Wunde nicht mehr feucht ist. Sobald sich eine Kruste gebildet hat, braucht man auch nicht mehr Kompressen anzulegen. Sicherheitshalber kann man noch einen Tag eine Kompresse leicht auflegen, muss man aber nicht unbedingt. Die Wundheilung kommt nun ohne Ihre Hilfe aus.

Bricht die Kruste stark auf oder Sie entdecken andere ungewöhnliche Sachen in oder um der Wunde, so ziehen Sie lieber einen Tierarzt zu Rate.


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