Stroh als Einstreu – Strohsorten und Arten
Jeder Pferdehalter kennt Stroh vor allem als Einstreu, dass es aber die verschiedensten Arten von Stroh gibt weiss nur die Minderheit. Deshalb ist die Auswahl der richtigen Strohsorte ein wichtiger Faktor der Pferdehaltung.
Ein anderes Einstreu als Stroh zu verwenden ist eine Alternative, wenn ihr Pferd eine Allergie gegen Stroh hat und sich durch die hohe Staubentwicklung gesundheitlich bedenklich entwickelt. Hat ihr Pferd keine Allergie, so können sie die verschiedenen Stroharten ruhigen Gewissens benutzen solange sie sich nicht grundsätzlich für eine andere Art von Einstreu entscheiden. Ein klarer Vorteil von Stroh gegenüber alternativen Möglichkeiten ist die Tatsache, dass Stroh auch gleich einen Teil des Bedarfs an Rauhfutter für ihr Pferd deckt.
Bei allen Strohsorten sollte man auf die Länge des Strohs achten. Zu kurze Stroh-Halme saugen Urin und Feuchtigkeit zwar besser auf und können leichter ausgemistet werden, können aber zu schnell vom Pferd gefressen mit schlimmster Folge einer Schlundverstopfung/Kolik. Sind die Halme zu lang, so geht die Saugwirkung des Strohs zu stark verloren. Bei Stroh scheint also die "goldene Mitte" das richtige zu sein, indem man am besten mittellange Halme für die Pferdehaltung verwendet.
Achten Sie darauf, dass das Stroh eine gold-gelbe Farbe besitzt. Ganz egal welcher Getreidesorte ihr Stroh entstammt, eine andere Verfärbung kann darauf hinweisen, dass das Stroh von Pilzen oder Bakterien befallen ist. Solches Stroh nicht verwenden, auch nicht als reines Einstreu und sie denken ihr Pferd frisst es nicht. Infektionelle Bakterien werden auch durch die Luft verteilt und könnten eingeatmet werden.
So wird eingestreut und ausgemistet:
Als erstes wird in der Pferdebox eine Grundlage über dem harten Boden gebildet. Die sogenannte Matratze. Das ist eine Grundfüllung mit Stroh von ca. 10 bis 25 cm. Die Schicht wird nicht bei jedem Misten gewechselt sondern ein paar mal im Jahr. Täglich sollten die Äpfel und die feuchten Stellen von der Schicht abgetragen werden. Danach mit Stroh wieder aufgefüllt werden. Achten Sie darauf, dass sie genügend Stroh auffüllen, da das Pferd ja auch davon frisst. Sparen Sie nicht an der Menge des Strohs, denn wenn Pferde schon auf dem fast nackten Betonboden stehen, so halten die Pferde den Urin zu lange in der Blase zurück weil sie das Geräusch des plätschernden und das Gefühl des spritzenden Urin an die Beine als unangenehm empfinden. Außerdem könnte liegenbleibender, nicht aufgesagter Urin das Hufhorn angreifen oder die federnde Wirkung der Matratze verhindern welche Huf- und Gelenkprobleme verursachen können.
Diese Stroharten gibt es:
Weizenstroh:
- Beste Saugkraft
- Am häufigsten verwendet
- Sehr günstig
- Schemckt dem Pferd aufgrund weniger Bitterstoffe
Gerstenstroh:
- Am 2. meisten verwendet
- Geringere Saugkraft als Weizenstroh
- Wird nicht so gerne von Pferden gefressen
- sogenannte Windhalme müssen entfernt werden, ein Unkraut das Kolik verursachen könnte
Roggenstroh:
- Saugwirkung fast so gut wie Weizenstroh
- Wird ungerne gefressen aufgrund eines hohen Lignin (Bitterstoff) Gehalts
Haferstroh:
- Nicht als Einstreu geeignet, Haferstroh ist ein Futterstroh
- Schlechte Saugkraft
- Setzt schnell Schimmel an
- Schmeckt den Pferden super, hat einen süßlichen Geschmack

